Mit der Abrissmontage vor dem Schilf

Das Gewässer, das ich momentan des öfteren auf Karpfen befische, wird ringsum von einem starken Schilfgürtel gesäumt. Im Freiwasser sind die Fische nicht an den Haken zu bekommen, nur direkt vor dem Schilf.

Möglichst in einer Entfernung von ca. ein bis zwei Metern zum Schilfgürtel sollte der Köder platziert werden. Nahezu jeder Fisch sucht allerdings nach einem Biss auf meine Festbleimontage sein Heil mit einer Flucht ins nahe Schilf.

Dementsprechend konnte ich bisher nur ca. 20% der Bisse verwerten. Eine denkbar schlechte Bilanz.

abrissmontage_01
Angeln am Schilf - eine heikle Angelegenheit

 

Um die Fangquote spürbar zu verbessern habe ich im Internet ein wenig recherchiert. Folgende Möglichkeiten hinsichtlich der Taktik wären möglich:

…wir haben bei uns oftmals mit den selben Bedingungen zu kämpfen und haben viel experimentiert, um die Aussteigerrate beim Beangeln der Schilfkante zu reduzieren. Es gibt so einige Möglichkeiten, die Fische nicht ins Schilf ziehen zu lassen. Was bei uns zu 95% funktioniert ist das Angeln mit Safety Clips (bei denen sich der Wirbel fixieren lässt) und schweren Bleien (ab 250gr.) oder schweren Steinen. Beim Biss soll das schwere Gewicht verloren gehen, so das der Karpfen keinen Druck mehr auf die Unterlippe verspürt. Der Karpfen meint sich befreit zu haben und schwimmt ins Freiwasser und du bekommst einen Fallbiss. Wichtig hierbei: die Bremse oder der Freilauf muss sehr weich eingestellt sein! Vorteil : sehr guter Hakensitz durch das hohe Gewicht der Abrissmontage… Nachteil : bei vielen Fischen türmt sich ein Blei- oder Steinberg (Gewässerverschmutzung)

Die Nutzung von Safety Clips mit verbundenem vorprogrammiertem Bleiverlust würde ich aus Kosten und Umweltgründen ablehnen.

Ein weiterer Vorschlag:

Da wir hier in MV viele Hot Spods direkt am Schilf haben kenne ich dein Problem. Unser Lösungsansatz : Wenn es geht die Ruten so steil wie möglich hoch und die Bremse soweit es geht zu. Klappt zu 90% bei uns und dabei spielt die Gewichtsklasse des Fisches keine Rolle.

Sicher auch eine Möglichkeit, wenn man die ganze Nacht dicht an den Ruten sitzen bleibt.

Interessanter ist da sicher die oben genannte Variante mit der Abrißschnur.

Ein erster Test der Variante Abrißschnur am Stein verlief positiv.

Ich platzierte während meiner letzten Nachtsession zwei Köder direkt vor dem Schilf. An einer Rute hatte ich eine Freilaufmontage montiert. Die Entfernung zwischen Rute und Köder war jedoch mit ca. 100 m einfach zu groß. Ich hatte einen kurzen Run, bevor ich an der Rute war, endete dieser jedoch wieder. Ich denke, daß eine Freilaufmontage vor dem Schilf bis Entfernungen von ca. 50 m durchaus erfolgreich sein kann, eine Festbleimontage jedoch weitaus fängiger ist.

Die zweite Rute wurde mit der Abrißsteinmontage bestückt. Dazu verwendete ich geflochtene Hauptschnur und ca. 12 m monofile 65er Schlagschnur. Diese wickelte ich am Ende um eine No-Knot-Verbindung, in welche ich zwei Wirbel einhängte. Einen davon mit Kwik Change für das Vorfach. Den zweiten Wirbel versah ich mit einem Einhänger, in welchen später die Schnur zum Stein gehängt wird. Über den Verbinder zog ich einen Silikonschlauch, um ein eventuelles Hängenbleiben in Schilf oder Kraut zu vermeiden. Der Stein zum Beschweren wurde mit einem zentimeterbreiten Streifen eines alten Fahrradschlauches überzogen. Als Abrißschnur nutze ich 16er monofile Schnur mit einer Tragkraft von zwei kg. Das ca. 30 cm lange Stück Schnur versah ich mit zwei Schlaufen. Eine wurde durch den um den Stein gezogenen Schlauch gezogen, die zweite verband ich mit besagtem Einhänger der Endmontage.

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Benutzte Utensilien zur Abrissmontage

 

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Fertige Abrissmontage

 

Zum Ausbringen ließ ich die Rute im Pod und zog die Schnur der Rolle bei geöffnetem Bügel zum Spot. Einen Meter vor dem dichten Schilf ließ ich den Stein ab und spannte anschließend die Montage. Den Freilauf stellte ich sehr sensibel. Während des Testes gab es gegen 5.30 Uhr einen Vollrun. Die Abrißschnur wurde problemlos gesprengt und der Fisch zog tatsächlich wie erhofft ins Freiwasser. An der nun bleilosen Schnur war der Drill des 15 Pfünders vom Boot aus ein Kinderspiel, obwohl er mehrfach im Freiwasser in dichtes Kraut flüchtete.

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Die Montage mit der Abrißschnur am Stein wird bei mir sicher des öfteren Verwendung finden!

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