Mais – Teil 1

Nachdem in mein bisherigen Stammgewässer in Folge des harten Winters leider der Großteil der Karpfen verendete, versuche ich in diesem Jahr mein Glück nun an anderen Seen. Der Mündesee liegt zwar sozusagen vor meiner Haustür, weist eine interessante Bodenstruktur mit vielen Hotspots auf, bietet jedoch für mich einen zu geringen Bestand an Karpfen.

Das ehemals wohl mit beste Karpfengewässer Deutschlands, der Grimnitzsee nahe Joachimsthal sollte für eine Woche mein Ziel sein. Der Bestand an Karpfen ist dort zwar in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen, jedoch sind noch gute Fänge möglich.

Zum Angeln am Grimnitzsee benötigt man eine gesonderte Angelkarte, die für eine Woche 50 € oder für ein Jahr 150 € kostet. Sie sind beim Fischer in Joachimsthal oder beim kombinierten Lotto/Angelladen zu bekommen.

Der kreisrunde, riesige 830 ha große See ist nicht leicht zu beangeln. Bekannte Stellen finden sich an der Nordseite, die aber stark beangelt sind. Trotz des großes Angeldrucks dort wollte ich im Bereich der Insel an dem mir bisher unbekannten Gewässer mein Glück versuchen.

Das Angeln am Grimnitzsee gestaltet sich als recht schwierig. Zum einen ist das Gewässer sehr windanfällig, zum anderen ist ein Boot zum Ausbringen der Köder Plicht. Ufernah konnte ich keinen Fisch zum Biß verleiten, selbst das Anfutter wurde nicht beachtet. So ist man gezwungen, die Montagen platzabhängig mindestens 200 m weit auszubringen.

Ich wählte die Insel als Spot und legte die Montagen in Tiefen zwischen 90 und 120 cm ab. Die Stellen markierte ich mit Markerbojen. Ein Teppich aus mehreren Händen Mais sollte zum Anfüttern genügen. Das Wasser war wie der ganze Monat Mai kalt, weniger ist manchmal mehr. Meine Festbleimontagen beköderte ich mit einer Maiskette sowie Boilies, die ich über die Zeit gegen gleiche in verschiedenen Geschmacksrichtungen austauschte.

Die Bißanzeiger blieben am Nachmittag wie erwartet ruhig, mit Einbruch der Dunkelheit änderte sich das. Gegen 22 Uhr der erste Vollrun. Ein ca. 6 Pfünder Spiegelkarpfen konnte gelandet werden.

Bald der nächste Alarm an den Bißanzeigern. Ein Fallbiß bescherte einen Spiegler von ca. 8 Pfund. Eine gute Karausche folgte.

Sehr mühseelig war in der Nacht jedoch das stetige Ausbringen der Köder per Schlauchboot ohne Motor. So beschloß ich, die Ruten einzuholen und meinen geplanten Wochentrip am Morgen fortzusetzen. Der Hund weckte mich gegen 5 Uhr. Nach einer ausgedehnten Gassirunde brachte ich wieder die Montagen aus und konnte bald weitere Bisse verzeichnen.

Ein ca. 12 pfündiger Schuppenkarpfen kämpfte tapfer, konnte aber sicher gelandet werden.

Leider kann ich keine Bilder von den Fischen zeigen, sie fielen mir alle wieder ins Wasser. Ich sollte besser aufpassen…

Interessant ist die Tatsache, daß alle Bisse auf Mais erfolgten und jeder Biß verwertet werden konnte. Kein Boilie wurde jedoch angerührt. Weder Popups noch sinkende. Karpfen lieben Mais. Vor allem, wenn damit auch angefüttert wird. Wenn die Fische wie im Rausch den Boden nach den goldfarbenen Körnern absuchen und fressen, werden sie auch die am Haar präsentierten Maiskörner ohne Argwohn nehmen.

Gegen Abend unterbrach ich dann meine Session und reiste ab. Die 3 folgenden Tage sollen noch kühler und regnerischer werden. Ende der Woche bin ich jedoch wieder vor Ort und berichte weiter. Dann soll es den größeren Karpfen an den Kragen gehen…

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