Das richtige Anfüttern

Gerade beim Karpfenangeln empfiehlt es sich, seinen Wunschfisch gezielt anzufüttern. Das Anfüttern in Fließgewässern unterscheidet sich von stehenden Gewässern, ich möchte hier eher auf die stehenden eingehen. Allgemein stellen sich bei der Anfüttertaktik einige erste Fragen:

Womit füttere ich an?
(Boilies, Pellets, Mais, Fertigmischung vom Dealer)

Wie lange füttere ich an?
(Tage oder Wochen)

Wie viel füttere ich an?
(einge Hände voll oder einen Eimer)

Zum Anfüttern eignen sich neben preisgünstigen Partikeln wie Mais, Getreide und Kichererbsen natürlich Boilies, welche vom Kostenfaktor natürlich um einiges höher sind. Partikel halten meiner Meinung nach den Karpfen recht lange am Standort. Es ist nicht selten, daß wenn Karpfen am Platz sind, bei regelmäßigem Nachfüttern die Fische stunden- oder tagelang am Standort gehalten werden können. Massenfänge gerade von jüngeren Karpfen sind so möglich.

Hartmais

Boilies sind nicht so leicht von kleineren Fischen zu fressen und bleiben so lange am Platz liegen. Desweiteren kann der Karpfen gleich an den später verwendeten Köder gewöhnt werden. Fertigmischungen werden recht schnell von Kleinfischen gefressen, hinterlassen jedoch am Platz eine verführeriche Duftwolke, ähnlich wie im Wasser zerfallende Pellets.

Sinn und Zweck des Anfütterns ist es, den Karpfen an die Futterstelle und spätere Angelstelle zu binden. Werfe ich Futter ins Wasser und Karpfen kommen in den Bereich, werden sie an der Futterstelle wahrscheinlich beginnen zu fressen. Sie bleiben und fressen bis sie entweder satt sind oder keine Nahrung mehr zu finden ist.

Karpfen orientieren sich bei der Wahl ihrer Fressrouten an Erfahrungswerten. Stellen, wo sie bereits in der Vergangenheit größere Mengen an Nahrung gefunden haben, die ihnen schmeckt und auch gut bekommt, werden sie eher wieder aufsuchen als andere. Füttert man also über eine längere Zeit an einer Stelle an ist es wahrscheinlich, daß Karpfen auf die Futterstelle aufmerksam werden und diese in ihre Fressroute aufnehmen.

Je länger man eine Stelle befüttert, desto eher gewöhnen sich die Karpfen daran, und umso regelmäßiger kommen sie an die Stelle zurück. Wir müssen also anfangs möglichst viele Fische an unsere Stelle lotsen. Deshalb ist es wahrscheinlich klug, eher großflächig mit Partikeln wie Mais und einzelnen Boilies und eher sparsam anzufüttern. Wir wollen nicht, daß Futter im Gewässer verbleibt ohne gefressen zu werden. Zu beachten ist dabei, daß die Aktivitäten sowie der Stoffwechsel der Karpfen und somit ihr Appetit mit steigender Wassertemperatur zunehmen. Man sollte also im zeitigen Frühjahr sowie im Herbst sparsamer anfüttern als im Hochsommer. Die Futtermenge ist jedoch auch immer vom Gewässer abhängig. (Anzahler der Karpfen, der Weißfische usw.) Später dann sollte mehr und mehr Boilie und/oder Pellets verwendet werden.

Hilreich ist sicher die Beobachtung der Stelle mit Fernglas und Polarisationsbrille, oder sogar einer Unterwasserkamera, ob das Grundgutter überhaupt aufgenommen wurde. Zum Anfüttern gibt es einge Hilfmittel, die das Einbringen des Futters ins Wasser erleichtern. Dazu zählen das Wurfrohr (damit kann man Boilies bis 100 m weit werfen), Baiter (eine Art Schaufel – Partikel bis 60 m), Katapulte, Anfütterraketen an Rute und Rolle sowie das Futterboot.

Sind große Karpfen zu erwarten, kann man anfüttertechnisch das sogenannte Pyramidensystem anwenden. Also mehrere Tage bis Wochen gezielt Stellen anfüttern. Anfangs mehr Fertigfutter und Partikel, um allgemein Fische an die Stelle zu locken. Dann mehr und mehr Boilies und Pellets. Letztendlich dann gern große Boilies, wie 30er. Beim Pyramidensystem, werden somit anfangs viele Fische an den Platz gelockt. Kleinere Karpfen werden von größeren verdrängt, bis sich der Größte am Platz durchsetzt und seinen reichlich gedeckten Tisch behaupten will.

An fremden Gewässern, die nicht täglich zum Anfüttern aufgesucht werden können, kann man nur zum Zeitpunkt des Angelns Anfüttern. Hier sollte wie auch allgemein die Devise gelten, weniger ist mehr und eher auf eine Punkt-Anfütterung gesetzt werden. Einige wenige Boilies rings um den eigentlichen Köder sollten so platziert werden. Gern auch mittels PVA-Netz.

Bewährt hat sich auch die Methode des Partikelteppichs. Am Futterplatz eintreffende Karpfen verfallen so einen regelrechten Freßrausch. Anfangs nehmen sie vorsichtig einige wenige Maiskörner. Das Mais schmeckt, Freßgier und Appetit läßt sie unvorsichtiger werden und schließlich auch unsere Maiskette am Haar oder einen einzelnen Boilie als Bonbon nehmen.

Auch dieser 32 Pfünder konnte so überlistet werden.

Karpfen aus vorher unbekanntem Gewässer

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