Auf der Suche nach Karpfenspots

An einem Nachmittag, die Sonne brannte, beschäftigte ich mich mal wieder gedanklich mit dem Angeln. Meine letzten beiden Oderausflüge brachten nicht den erhofften Erfolg. Einmal ließ sich leider kein Wels zum Anbiß verführen, beim zweiten mal brach ich noch vor Einbruch der Dunkelheit aufgrund des mir zu stark zugenommenen Windes das Angeln ab.

Während einer Internet-Surfstunde las ich in diversen Foren über kapitale Karpfenfänge. Sollte die Oder mit ihren Wallern mir doch am Wochenende gestohlen bleiben. Statt dessen plante ich lieber einen Ausflug zum Karpfenangeln zu meinem kleinen, idyllisch gelegenen Heimatgewässer. Doch zunächst wollte ich nochmals genau das Gewässer nach eventuellen Hotspots erkunden. Schnell wurden Schlauchboot, Ruder und das Echolot im Auto verstaut. Mein Blick streift noch die Spinnrute. Bei der strahlenden Sonne am frühen Nachmittag und der drückenden Hitze sollte das Spinnangeln eigentlich sinnlos sein. Trotzdem verstaute ich sie im Fahrzeug.

Am See angekommen machte ich schnell das Boot klar und ruderte auch bald los. Die Sonne brannte, der Schweiß stand mir auf der Stirn. Während meine Augen beobachtend über das Gewässer glitten, nahm ich die Spinnrute und warf aus. Plötzlich schwallte das Wasser neben dem Boot. Leider faßte der Fisch den Kunstköder nicht richtig. Wenige Würfe später der erste Kontakt. Ein Grinsen auf meinem Gesicht. Ein Junghecht verirrte sich an meinen Köder.

Junghecht
Junghecht

Schnell wurde der Kleine vorsichtig abgehakt und wieder ins kühle Nass entlassen. Ich hoffte auf ein Wiedersehen in einigen Jahren.

Mein Blick schweift übers Wasser. Kaum zu übersehen näherten sich meine altbekannten goldfarbenen Freunde und begutachten vorsichtig aber neugierig mein Boot. Silberkarpfen, welch gewaltige Fische! Sie dürften inzwischen weit mehr als 40 Pfund auf die Waage bringen. Des öfteren beobachte ich schon die Karpfen, die gemächlich ihre Runden im See drehten und sich übrigens nur von Plankton ernähren. Angelversuche bleiben definitiv zwecklos.

Silberkarpfen
Silberkarpfen

Wieder schwang ich die Spinnrute. Wenige Würfe später urplötzlich eine harte Attacke auf meinen Köder. Die Rolle ächste unter der Last, die Rute war zum Bersten gebogen. Dank meiner guten alten Mitchell konnte ich schnell Schnur geben. Ohje, ich wollte doch nur einen Angelplatz suchen und nun das. Der Kescher hing trocken zu Hause…
Nach einigen Fluchten kam der Räuber das erste Mal an die Oberfläche. Ein Hecht und kein schlechter. Da mir auf Grund des fehlenden Keschers nur eine Handlandung übrig blieb, drillte ich den Burschen bis zu seiner Erschöpfung. Ich musste vorsichtig vorgehen, im verwendeten Gummifisch war kein „Angstdrilling angebracht, der Einfachhaken saß gefährlich weit außen im Maulwinkel des Hechtes. Ich führte ihn schließlich vorsichtig neben das Boot und griff beherzt mit beiden Händen zu. So konnte ich ihn ins Boot werfen. Stolz über den Fang und vor allem die geglückte Landung ruderte ich an Land.

Hecht, 6 Kg bei 91 cm Länge
Hecht, 6 Kg bei 91 cm Länge

Nach der Versorgung des Fanges konnte ich dann doch noch einen Platz zum Karpfenangeln ausspähen.

Der Hecht stellt für mich einen neuen Rekord dar. 6 Kg bei 91 cm Länge.

Persönlicher Rekordhecht
Persönlicher Rekord

 

 

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